Preisträgerin 2001 der Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichtes

 

Leere Räume

Träge schleichen die Gedanken
feuchte Luft – ein kalter Hauch
streicht durch leergefegte Räume
denn die Liebe floh wie Rauch
keinen Stern seh` ich am Himmel
der die Finsternis durchbricht
Schweigen brütet in den Wänden
Angst zeigt mir ihr bleich Gesicht
lang verstummt sind eure Lieder,
Freunde,
willig Wunsch und Hoffnung wich
fahl aus einem blinden Spiegel
starrt mich an ein fremdes Ich
schlafen möchte ich, vergessen
frühe Narben, trübe Zeiten
und in einem Traum befreit
atmen grenzenlose Weiten

Mond - Weggefährte

Weggefährte
stummer Freund
meiner Kindheit
warst du am Firmament
stieg ich empor
aus Niederungen
dumpfer Armut
unerfüllbare Träume
schenktest du
sie trösteten
Ver – rückt
bin ich
in deinem Licht
deiner blauen Stille
wenn nur
die Uhr tickt
leise leise leise

Klingelbeutel

Sammle Klingelbeutel
Almosen sammle
für Kinder mit lichtleeren Augen
Augen die wissen und warten
auf Brot
aus dem Klingelbeutel
der Welt
sammle Klingelbeutel
von den Satten sammle
frei kauft sie der Groschen
im Beutel frei
von Fegefeuer und Hölle
Kreuzzeichen
und zurück zu den Tischen
den übervollen
genug getan
Augen zu oder gen Himmel
nicht deuten die Zeichen
Zeichen die künden
Sturm

 

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